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du bist meine Wunde
der pochende Schmerz
in allem
was ich bin
oder niemals sein werde
immerfort
begleitest du mich
noch auch der Flucht
sogar
im Vergessen
mein Halt bis du
wenn ich mich verliere
ich klammere mich an dich
wie an den Mast
eines sinkenden Schiffes
du bist Leben
im Angesicht des Todes
den du mir bringst
wie könnte ich dir näher sein

nur ein Irrtum
dein Blick
längst schon weißt du
von meinem Verschwinden
die Berührung
nur ein Versehen
schmerzhaft
wie der nächtliche Gesang
einer Grille
ein Wort hätte genügt
mich zu zerreißen
vielleicht hast du es gesagt
irgendwer
gedankenlos
inmitten der geschwätzigen Dinge

kein Himmel mehr
keine Wolke
die mich auffängt
ungebremst
stürze ich
in die Arme des Wirklichen
niemand sieht mich
verglüht bin ich
vor aller Augen
Asche
mein Lieben
vom Winde verweht
Staub
mein Fleisch und Blut
schwarzer Rauch
der in die Leere aufsteigt

die Nacht
zerschnitten
von deinem Lachen
Tränen gleich
tropfen die Sterne
aus klaffenden Wunden
still und starr
ruht das offene Herz
des Wanderers
zu deinen Füßen
tritt mich
damit die Welt sich dreht
blutrot
dein Name
auf meiner Stirn
nichts als ein Wort
in einer unbekannten Sprache
schließlich
wenn alle Stimmen verstummt sind
bleibt in meinem Kopf
das Rauschen

Schlaf
fast friedlich
durchweht meine Gedanken
deine schwere Schwärze
oft schon
wehrte ich mich
gegen deine Umarmung
wandte mich ab
wie ein enttäuscht Liebender
nun aber
sehne ich mich nach dir
oder vielmehr
höre ich
wie meine Stimme nach dir ruft
nimm mich mit
ins dunkle Vergessen
Freund
oder Bruder
entführe mich dem Schmerz
meiner gezählten Tage

Vergangenes
das mich einholt
eine Stimmme
die meinen Namen ruft
ein Blick
unabwendbar
oder doch ein Lächeln
das mich verwundet
nein
ich erinnere mich nicht
warte bloß
sehe zu
wie die Welle mich umspült
die Flut
meiner verlorenen Zeit
hier und jetzt

berauscht
von den Farben
der Nacht
den Lichtern
auf der Haut
deines Schweigens
ich drehe mich im Kreis
meine Augen
in deinem Herzen
verschlossen
gestern
das ist anderswo
Erinnerungen
angehäuft zu Maulwurfshügeln
dein Name
eine Falte in der Zeit
der Flügelschlag
eines blinden Wurms

ein Schritt
um ein Leben auszulöschen
manchmal genügt schon
ein Gedanke
oder ein Moment
der Gedankenlosigkeit
Blinde
sind wir
unsere Augen weit geöffnet
wiegen wir uns in Sicherheit
ahnungslos
tanzen wir auf dem Seil
in luftiger Höhe
haltlos
stehen wir auf dem Gipfel
weit und breit
nichts
als Abgrund

unser Leben
hinter einem Zaun
friedlich
die Idylle
perfektes Abbild der Menschheit
spielende Kinder
Männer und Frauen
in Schutzanzügen
Greise
hinter verschlossener Tür
wer kennt noch seinen Namen
oder weiß
woher er kommt
welches Lied
pfeifen die Spatzen von den Dächern
unser Traum vom Glück
ausgeträumt
seit es kein Erwachen mehr gibt

die Weisheit
in deinem Schweigen
in allem
was du nicht preisgibst
deine Antworten
niemals
erblicken sie das Licht der Welt
oder vielmehr
ihr undurchdringliches Dunkel
kannst du mich sehen
winzig
im Angesicht der Leere
zwischen den Schlägen deines Herzens
Stille
nicht ein einziger Gedanke
an mich verschwendet