Archiv für das Stichwort ‘Herz’

Sieben Leben

Sieben Leben, die du an einer Hand abzählen kannst, um daran zu sterben. Kopfüber tauchst du ins Eiswasser des Vergessens, du öffnest deine Augen in völliger Finsternis, ohne zu wissen, woher du kommst und wohin du gehst. Ein neuer Mensch auf dem Sprung in eine bessere Welt. Sieben Leben, von denen kein einziges genügt, weil [...]

Ein guter Mensch

Ein guter Mensch, der seine Schulden bezahlt, der hält, was er verspricht – ohne Rücksicht auf Verluste. Ein großes Herz, das unentwegt schlägt, das den gottlosen Stürmen trotzt, ohne mit der Wimper zu zucken. Die halbe Wahrheit, so bescheiden, genügte schon, um aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, aus einem Abgrund die Brücke, welche [...]

Gefallen

Gefallen auf dem Weg zu den Sternen – wie ein umgekehrter Engel, der fortan unter Menschen haust: Kopf in den Wolken, die Füße unter dem gedeckten Tisch. Wie ein brennendes Wort, das vom Himmel stürzt, um alle Lüge dieser Welt auszulöschen. Gestrauchelt – wie ein einzelner Sonnenstrahl auf Irrfahrt durchs menschliche Herz. Kein Verzeihen ohne [...]

Im Wald

Im Wald verborgen, geschützt vor den Blicken der Menschen: mein Herz, dieses scheue Wild, das sich nur bei Nacht aus seinem Versteck wagt. Im dunklen Dickicht verschläft es die Tage, unbemerkt von einsamen Spaziergängern und verirrten Wanderern. Reglos verharrt es im Schatten der Bäume, leise zitternd, wenn es zu träumen beginnt – wie eine Blume [...]

Durch die Nacht

Durch die Nacht bis ans Ende deines letzten Atemzugs, blind wie ein Regentropfen im Angesicht seines Schöpfers. Mein Herz in der Warteschleife, ich zähle die Stunden auf deiner Haut. Ich verschwinde, vergehe, ich tauche ein in meine eigene Abwesenheit.

Vor Sonnenaufgang

Vor Sonnenaufgang, in die Schwärze der Nacht gehüllt, das zarte Licht eines neuen Tages, zerbrechlich noch, scheu – und doch voller Wärme. Ein Zweig, der sich biegt unter der Last meiner Gedanken, so schwer wie flüchtig. Der Schatten eines Vogels zwischen den Zeilen meines Schweigens. Kein Laut auf meinen Lippen, kein blutendes Herz in meiner [...]

Wie die Engel

Wie die Engel, die in die Tiefen des Herzens blicken, die nachsehen, ob alle Türen und Fenster geschlossen sind, alle Schubladen und Schränke. Wie die Wolken, die den Regen übers Land tragen, friedlich und unaufhaltsam. Wie das leere Zimmer, das ich einst bewohnte, ungeduldig, schweigsam. Abwesend. Genau wie du. Worte, die mich als Erinnerung erreichen. [...]

Kein Weg

Kein Weg, der mich zu dir führt, keine Straße. Kein Boden unter den Füßen. Meine Schritte verhallen in trüber Leere. Die letzten Sonnenstrahlen zerschneiden den Flug der Vögel. Kein Wind, der mich fortweht, keine Wolke, die mich trägt. Ich sehe die Welt mit den Augen eines Gefangenen. In meiner Hand das sterbende Herz der Stille. [...]

Dunkel das Herz

Dunkel das Herz dieser Welt an einem Tag wie diesem, der dem Winter die Tür öffnet. Ich sehe in die Zukunft, wenn ich meinen Kopf senke, mein stumpfer Blick berührt die Kälte der Erde. Ich fürchte mich nicht. Ich wende mich ab von meiner Angst. Der Himmel: ein Scherbenhaufen. Ich renne nicht davon. Ich vergrabe [...]