Archiv für das Stichwort ‘Himmel’

Ins Unbekannte

Ins Unbekannte meiner eigenen Träume versunken wie ein Ertrinkender, dem die Passanten fröhlich zuwinken, am hellichten Tag, inmitten des bunten Treibens, verloren in der Beschaulichkeit des aufkeimenden Frühlings. Geheimnisvolle Zeichen eines kreisenden Raubvogels, so undurchdringlich klar der Himmel, die Nacktheit der Liebenden, Tränen der Kindheit. Aus welcher Höhe bin ich gestürzt? Von welchem Stern? Die [...]

So friedlich die Sterne

So friedlich die Sterne an einem schwarzen Himmel aus Asche und Blut. Glühwürmchen der Hoffnung in unerreichbarer Ferne – eure Abwesenheit lässt uns träumen, während wir uns in den Irrgärten des Schlafs verlieren. Krieger sind wir, Ohnmächtige. Wir glauben an die Kraft der Zerstörung. Die Reinheit des Opfers. Wir vergießen unsere Freude auf den Schlachtfeldern [...]

Hals über Kopf

Hals über Kopf in die Tiefe deines Lachens, dem Sturzflug eines Engels gleich, göttlicher Allmacht entsprungen, bloß um Mensch zu sein, Liebender, sterblich. Ein unbeschriebenes Blatt im Sturm – fast ein Abschiedsbrief, der drohenden Vernichtung entrissen, nackt wie ein erster Sonnenstrahl am Ende des Winters. Die kraftlose Schönheit des gesenkten Blicks, der die Wahrheit nicht [...]

Die vergessene Sprache

Die vergessene Sprache, verschwiegen wohnt sie in den Dingen, unbemerkt zwischen Ausrangiertem und Weggeworfenem. Kein Mensch, der sie spricht, niemand, der sie versteht – es gibt ja nichts mehr zu sagen. Längst sind ihre Worte dem Singsang des Notwendigen gewichen, ihre Bedeutsamkeiten dem Geschwätz des Unentbehrlichen. Insgeheim verborgen, nutzlosem Plunder näher als den Lippen der [...]

Wolken ziehen auf

Wolken ziehen auf, verdunkeln das lichte Blau des Himmels. Ein Vogel im Sinkflug, das Gezwitscher in den Bäumen verstummt. Für einen Augenblick nichts als Stille, vielleicht ein leises Rauschen, als ob der Lärm dieser Welt zu feinem Staub zermahlen wäre. All die Gedanken der Wachenden, die Träume der Schlafenden – ich höre sie: wie man [...]

Kraftlose Schönheit

Kraftlose Schönheit unter freiem Himmel. Die Armseligkeit meines Denkens, so fern der Heimat. Auf dieser Seite des Spiegels bin ich ein Fremder, den Menschen ein Rätsel, ohne Gesicht, namenlos, Sand in den Händen des einen Gottes, der mich vergisst, noch während er mich ansieht. Lichtjahre sind es, die uns trennen – in völliger Finsternis.

Tanz der Schatten

Tanz der Schatten in völliger Finsternis. Was ich sehe, ist die Abwesenheit des Sichtbaren, so überflüssig all die Bewegungen, von denen vielleicht noch ein Fußabdruck in der Zeit bleibt. Es ist die Sonne in deinen Augen, die nach Schlaf ruft, nach ewiger Ruhe mitten im Sturm. Es ist das Lächeln auf deiner Stirn, den Wolken [...]

Rache ist süß

Rache ist süß, wenn mit dem neuen Morgen ein anderes Leben beginnt, ein Leben ohne Angst, ohne den Nebel des Misstrauens. Wer verbirgt sich hinter deiner Maske? Wer steckt in deiner Haut? Wer weint hinter deinem Lachen? Es ist nicht einmal die Wut, die mich umtreibt, nicht der Hass. Wer weiß, am Ende ist es [...]

Der geschenkte Tod

Der geschenkte Tod in einer Plastiktüte – wie gerade eben frisch eingekauft im Supermarkt um die Ecke. Nein, es ist nicht einfach diese schicksalhafte Erkrankung, die uns Nacht für Nacht den Schlaf raubt, dieser unabwendbare Unfall, der aus dem prallen Leben ein Häufchen Elend macht, nein, es ist nicht bloß diese zum Himmel schreiende Tragödie [...]

Die letzten Abenteuer

Die letzten Abenteuer einer Welt, die so klein ist, dass man sich selbst auf die Füße tritt. Vielleicht ein Strohfeuer mit dem Gartenschlauch in der Hand. Ein Blick hinauf zum Himmel voller Sternschnuppen oder einfach nur zu tief ins Glas, randvoll mit dem Wasser des Lebens. Das moralische Gesetz in Blindenschrift auf deinen Lippen oder [...]

Auf dem Abstellgleis

Auf dem Abstellgleis, am Ende meiner Weisheit, heute schon oder erst in ferner Zukunft – welche Rolle spielt das? Ins Abseits gestellt und vor die Tür gesetzt – eine falsche Bewegung, ein falsches Wort. Ein falscher Gedanke genügt schon, um den Himmel einstürzen zu lassen – aber was kann falsch sein an einem Gedanken? Nach [...]

Dunkler Stein

Dunkler Stein in meiner Hand, das Herz eines Vogels, der noch immer klagend die Welt umkreist, ein schwarzes Loch in seiner Brust, in welchem alle Hoffnung verschwindet, alle Freude, alles Lachen. Seltsamer Glücksbringer. Die Tage verschläft er in einer Schublade meines Schreibtisches, aus dem er sich nachts erhebt wie ein Stern, der den Himmel durchlöchert. [...]

Hoch hinaus

Hoch hinaus und höher vor dem Sprung in die Tiefe. Die Nacht prallt von mir ab wie ein Spiegelbild, die Weite des Himmels streckt ihre Arme nach mir aus, Stille hüllt mich ein, während ein Lied durch meinen Kopf weht, eine weit gereiste Melodie aus Kindertagen – als ob die Erinnerung meinen Sturz abbremsen wollte. [...]

Kalt erwischt

Kalt erwischt durch die wärmende Umarmung eines einzigen Sonnenstrahls. In der Hitze des Tages das Frösteln meines Blutes, das verschwiegene Zittern meiner Worte – urplötzlich ausgelöscht: aller Sinn, alles Bedeuten, so als bliebe von der Wirklichkeit nur eine Handvoll Staub. Ohne einen nennenswerten Grund. Mein Sturz aus heiterem Himmel ins Bodenlose. Keine Wolke, die mich [...]

Weit entfernt

Weit entfernt von aller Tragik, von allem Schicksal, das die Menschen in die Nähe des Göttlichen rückt. Mit beiden Beinen auf dem Boden, dem Irdischen verhaftet, mit Gräsern auf Augenhöhe, nicht mit den Wipfeln der Bäume. Alle Tränen getrocknet, alles Blut, schwarz wie die verkohlte Sonne in meiner hohlen Hand. Alle Freuden ausgekostet, alle Feuer [...]

Dem Himmel nah

Dem Himmel nah auf meinem Weg durch die Niederungen des Lebens. Wie ein Blinder an der Hand eines Fremden, sehe ich mit Augen, die nichts von dem erkennen, woran mir liegt. Mir selbst ein Unbekannter, dem Lachen auf der Spur, das mir vergangen ist.

Gefallen

Gefallen auf dem Weg zu den Sternen – wie ein umgekehrter Engel, der fortan unter Menschen haust: Kopf in den Wolken, die Füße unter dem gedeckten Tisch. Wie ein brennendes Wort, das vom Himmel stürzt, um alle Lüge dieser Welt auszulöschen. Gestrauchelt – wie ein einzelner Sonnenstrahl auf Irrfahrt durchs menschliche Herz. Kein Verzeihen ohne [...]

Wie eine Puppe

Wie eine Puppe in den Händen eines Toten, ein letzter Abschiedsgruß, liebevoll und stumm. Der Blick gen Himmel, nach innen gekehrt, wo nichts ist, ins Licht, wo nichts als Dunkelheit sich ausbreitet, in die Ferne, die von innen an uns nagt. Längst liegt hinter uns, was unerreichbar schien, nur gefunden haben wir es nie. Tief [...]

Irgendwo

Irgendwo da draußen, inmitten der Sterne, jenseits der Mauer, die mich zu dem macht, was ich bin – irgendwo dort wurde ich geboren, und noch immer zieht es mich in die Ferne, das heißt: in das Land meiner Geburt. Nichts weiter als ein unscheinbarer Fleck am nächtlichen Himmel, alles andere als himmlisch. Ein Loch im [...]

Hoch oben

Hoch oben, fast schon in den Wolken, mit einem Bein im Himmel – und doch: nichts als Schmutz, wohin man auch blickt. Wohin ich auch gehe, ich habe die Welt im Gepäck: die Welt, in der ich lebe, die Welt, die mich zu dem gemacht hat, was ich bin, die Welt, die mich tötet, indem [...]

Über den Wolken

Über den Wolken – grenzenlos die Freiheit, sich zu verlieren. Der Mörder neben dir, so friedlich, blaue Augen, die dir den Himmel versprechen. Was zählt, ist der Boden unter den Füßen, Vertrauen in die Illusion, die dich vor dem Absturz bewahrt. Ganz leise bohrt sich die Angst in dein Herz, die unerträgliche Stille kurz vor [...]

Hinter Gittern

Hinter Gittern, eingesperrt in ein Leben, das mir fremd ist, schön und unbedeutend, das Leben eines Gauklers, der seine Launen an die Gleichgültigen verkauft, die Sesshaften, die Schläfer. Der sich selbst verkauft für einen kurzen Blick auf den freien Himmel. Eingemauert, vor dem Licht der Welt verborgen – ein Gefangener meiner Empfindsamkeiten. Müde bin ich, [...]

Auf Abwegen

Auf Abwegen oder schon verloren, irgendwo in trostloser Fremde. Nur ein paar Schritte von zu Hause und trotzdem in die Irre gegangen – vielleicht für immer und ohne Wiederkehr. Ein Blick in die falsche Richtung genügt bereits, um das Ziel aus den Augen zu verlieren, selbst wenn man es zuvor gar nicht kannte. Ein Fingerzeig [...]

Nüchtern betrachtet

Nüchtern betrachtet, geht keine Sonne über uns auf. Der Himmel, dem wir uns freudig hingeben, ist bloß ein schwarzes Loch, das uns verschlingt, sobald wir die Augen öffnen. Der Mond, ein öder Stein, der hinter vorgehaltener Hand Geheimnisse ausplaudert, die niemand wissen will. Zerbrechlicher Zauber, dem wir unser Leben anvertrauen, all unsere Träume, die ersten [...]

Tief im Innern

Tief im Innern des Berges, begraben unter Jahrtausenden einer Geschichte, die niemals stattgefunden hat, menschenleer und sprachlos, versteinert wie die Bilder eines Traums, geträumt von den Gewalten der Natur, ahnungslos und beseelt. Die Finsternis des Schweigens auf dem Weg in die Unterwelt. Ein einziger Tropfen Licht, der meine Haut erglühen lässt wie eine Sternschnuppe ohne [...]

Ein Loch

Ein Loch ohne Fenster, ohne Tür, ohne Licht. Kein Zimmer. Ein Ort, dunkel und still, an dem man beginnt, über Schuld nachzudenken. Von Menschen erdacht und gebaut – für Menschen. Hier unten gibt es keine Wahrheit. Der Himmel: nichts weiter als ein Gerücht, ein Versprechen, an das niemand glaubt. Ich weiß nicht, sind meine Augen [...]

Von heute auf morgen

Von heute auf morgen hörst du nicht mehr, was ich zu sagen habe. Vielleicht ging meine Stimme verloren oder die Bestimmtheit meiner Worte. Habe ich das Sprechen verlernt oder das Öffnen meines Mundes? Ohne die gemeinsame Sprache ist der Himmel ein anderer. Die Wolken ziehen richtungslos durch mein Gemüt, unförmig schwimmt die Sonne in einer [...]

Eine falsche Bewegung

Eine falsche Bewegung,  und alles wird enden. Die Erde wird  sich nicht mehr drehen, die Sonne wird den Himmel meiden. Kein Bus, der mich nach Hause bringt, mitten in der Nacht. Ich stehe auf einer Brücke, irgendwo in einer fremden Stadt. Niemand, der mich kennt, der meinen Namen ruft, wenn er mich auf der anderen [...]

Unberührbar

Unberührbar, was ich morgen tun werde, was ich denke, was ich will, und doch wirklich genug, um meinen Namen zu tragen. Ohne Bedeutung vielleicht und unbestimmt, zugleich so sicher wie die Wolken am Himmel oder der Wind in den Gräsern. Oder eben doch beliebig. Was weiß ich schon von mir selbst? Von meinem Handeln? Von [...]

Zur falschen Zeit

Zur falschen Zeit an dem einzigen Ort der Welt, der das Unmögliche wirklich werden lässt. In diesem winzigen Moment, der den Himmel zerknüllt wie ein bedeutungsloses Stück Papier. Als ob das letzte Wort, das noch zu sagen wäre, auf der Zunge explodierte. Ein verheerender Sturm in der hohlen Hand Gottes, zur Faust geballt im Augenblick [...]

Wie die Sterne

Wie die Sterne am nächtlichen Himmel ihre Kreise ziehen, so wandert dein Bild durch meine Gedanken: über unendliche Ferne hinweg leuchtend, in ewiges Schweigen gehüllt. Gegenwärtig und verborgen zugleich. Unmöglich, den Blick abzuwenden, und doch ohne jede Einsicht. Vollkommen wirklich, aber nicht zu begreifen. Du verschwindest vor meinen Augen, bist unauffindbar in der Stille einer [...]

Der letzte Sonnenschein

Der letzte Sonnenschein in den Zweigen eines Baumes wie das Gekreische spielender Kinder. Das letzte Lachen unter freiem Himmel, der letzte Sprung ins Blaue. Bald schon werden wir zu Eis erstarrt sein, leblos und stumm. Wir werden unsere Augen bloß noch öffnen, um in die Dunkelheit zu blicken. Nichts mehr. Keine Welt, die zu bestaunen [...]

Unsterblich

Unsterblich waren wir, dem Himmel so nah, Göttern gleich. Wir wähnten uns unverwundbar, beide Beine tief in der Erde verwurzelt, den Kopf ins gleißende Licht der Sonne getaucht. Wenn wir in den Spiegel blickten, sahen wir einem Stern ins Gesicht. Wir waren wie Feuer: wild und gewaltig. Unbesiegt, bis zu dem Tag, an dem wir [...]

Dunkel das Herz

Dunkel das Herz dieser Welt an einem Tag wie diesem, der dem Winter die Tür öffnet. Ich sehe in die Zukunft, wenn ich meinen Kopf senke, mein stumpfer Blick berührt die Kälte der Erde. Ich fürchte mich nicht. Ich wende mich ab von meiner Angst. Der Himmel: ein Scherbenhaufen. Ich renne nicht davon. Ich vergrabe [...]

Sternenstaub

Sternenstaub in meinen Adern. Mein Herzschlag im Takt der Ewigkeit, unendlich schnell, ohrenbetäubend angesichts der lähmenden Stille des Universums. Ruhelos mein Blick, der von der Finsternis abprallt. Die Weite des Himmels zwischen den Zeilen, nirgends ein Halt, nirgends ein Sinn. Das Leben: diese Tropfsteinhöhle voller Touristen, dieser Parkplatz am Rand eines Vulkans. Ich bin auf [...]

Frei atmen

Frei atmen, wie man das Licht atmet oder die Wärme. Gierig die Luft verschlingen mit all den unsichtbaren Welten, von denen wir nicht einmal eine Ahnung haben. All die Staubkörner des Lebens, die wir auf dem Gipfel unseres Fiebers erträumen. Die Weite des Himmels inhalieren, das Lachen Gottes auf der Haut unseres Schlafs. Geheimnisvolle Fremde. [...]

Nicht ein einziger Traum

Nicht ein einziger Traum in dieser Nacht, die niemals endet. Seit einer Ewigkeit der schwarze Schlaf in den Eingeweiden der Geschichte, das Treiben der Wolken hinter geschlossenen Augen, das verkniffene Lachen der Finsternis in meinem Mund. Ganz ohne Worte: die Nachrichten aus dem Niemandsland der Stille. Sprachlos der Himmel ohne das Geschrei der Vögel, der [...]

Vom Himmel hoch

Vom Himmel hoch fallen die Sterne wie tote Fliegen – lautlos ins Unwiederbringliche. Ich sehe auf mit Augen, die keinen Halt mehr finden, und so kommt es mir vor, als stürzte ich in die Abwesenheit aller Dinge. Ich verlasse diese Welt durch das Abwasserrohr der Poesie. Nur schweigen ist schöner. Ich erkaufe es mir mit [...]

Die gute Fee

Die gute Fee, die mich zerdrückt mit ihren steinernen Wurstfingern. Die mich anlächelt wie ein Faustschlag ins Gesicht. Schlechte Zeiten für schlichte Gemüter, wenn die Zeichen der Liebe auf Sturm stehen. Wenn der siebte Himmel auf Durchzug schaltet. Bezaubert von den zarten Tönen deiner Glasaugen, dem süßen Geflüster deiner Reißzähne, dem Würgegriff deines Zwinkerns. Kaum [...]

Wenn ich

Wenn ich ein Vöglein wäre, mit Augen so tief wie die Abgründe in meinen Träumen, oder vielleicht ein Schmetterling, mit Flügeln, die bei Sonnenuntergang in allen Farben dieser Welt erglühen – wollte ich dann hoch hinaus? Würde ich aufschauen zu den Sternen oder mich in dunklen Höhlen verkriechen, aus Angst vor der Weite des Himmels? [...]

Ein allerletzter Stern

Ein allerletzter Stern am erwachenden Himmel. Ferne Sonne, die sterbend den Anbruch eines neuen Tages verkündet, von dem sie nicht weiß und der ihr nichts bedeutet. Ihr Licht durchwandert das Vakuum meines schwarzen Schlafs – auf Zehenspitzen, um die Stille meiner Einsamkeit nicht zu stören. Wenn ich mich auf den Weg mache, ist dieser Stern [...]

Schwerelosigkeit

Schwerelosigkeit der Sprache in Momenten, die wie Wolken vorüberziehen. Geschenk des Himmels für die Geflügelten mit schwarzen Säcken über dem Kopf, für die Blinden, die ihre Nester an Abgründen bauen. Gesang der Nähmaschinen und Telefone, die ohne Eltern sind, das gehauchte Flüstern der Zartbesaiteten. Ungebremster Sturz in die Watte des Wohlstands. Mein Herzschlag wie ein [...]