Archiv für das Stichwort ‘Horizont’

Fluch oder Segen

Fluch oder Segen – oder vielleicht keines von beiden, bloß die belanglose Gleichgültigkeit tagein und tagaus, das leere Gerede von Sinn und Bedeutung, derselbe Horizont, wohin man auch schaut, der stets gleiche Klang deiner Schritte, wohin du auch gehst, wie weit der Weg auch sein mag, wie nah oder fern dein Ziel. Kein Himmel, der [...]

Ausverkauf der Farben

Ausverkauf der Farben an diesem Tag, der selbt grau in grau noch immer nett anzusehen wäre. Früh am Morgen schon der Regenbogen, dieses himmlische Tor zu einer Welt mit Schäfchen im Vorgarten und bestickten Tischdecken hinter verschlossener Tür. Nur wer alles aufgibt, kommt hindurch. Wer ohne langen Abschied vergisst, woher er kommt und wohin er [...]

Über die Brücke gehen

Über die Brücke gehen – wie ein zum Tode Verurteilter, die Augen in der Leere des Himmels versunken, mit kleinen Schritten, nur keine Eile, die Gedanken längst im Exil, irgendwo hinter dem Horizont. Kein Wort kommt über meine Lippen, weder Wahrheit noch Lüge, nichts dazwischen: einfach nur verstummt – und das seit meiner Geburt. Keine [...]

In mir

In mir das Fremde, das mich zum Mörder macht oder zum Liebenden, das in meinem Namen tötet oder Leben schenkt. Irgendwann wacht man auf: ohne Gedächtnis, bloß noch eine Marionette ohne Herkunft. In meiner Brust schlägt das Herz eines anderen – eine Maschine, die ich nicht anhalten kann. Längst habe ich die Kontrolle verloren, mein [...]

Auf der Stelle

Auf der Stelle treten, kraftlos und schön, einmal um die ganze Welt, ohne sich vom Fleck zu bewegen – wohin soll das führen? Die ungezählten Schritte ins Ausweglose. Die Blicke, heimlich und verstohlen, in eine unwirkliche Leere. Kein Horizont, der mich aufhält, keine Straße, die mich an sich kettet. Die einsame Wanderschaft eines Toten ohne [...]

Weit hinaus

Weit hinaus ins unerwartet Blaue, dort hinten in glühender Ferne. Friedlich die Segel am Horizont wie Wolken auf einer Wäscheleine. Aufbruch ins Sonnenlicht eines lockenden Traums, Freiheit und Abenteuer an der Angelschnur. Überschwang der Jugend. In Windeseile auf dem Weg ins gemachte Nest: so sicher und geborgen in der Unwissenheit, groß und stark im Unvermögen. [...]