Gegen die Leere ist kein Kraut gewachsen, keine Medizin – nichts kann das Loch stopfen, das ich wie ein Schatten bewohne, verborgen unter gefälschten Erinnerungen. Halb erfroren das Lächeln ewiger Wiederkehr, so vertraut wie die Lockungen der Fremde. Ich harre aus, während der Regen meine Träume fortspült, bis nichts mehr bleibt als jener schwarze Schlaf, [...]
Archiv für das Stichwort ‘Lächeln’
Einer dieser Tage
2. März
Einer dieser Tage, von denen nichts bleibt als vielleicht ein Lächeln eines Passanten im Schaufenster, ein Tag ohne Widerhaken, ein Tag, der längst vorbei ist, aber niemals zu Ende geht. Nun poltert der Wind durch die Straßen wie ein Betrunkener, keine Menschenseele lässt sich mehr blicken, kein verwehter Papierfetzen. Mein Herzschlag auf dem absteigenden Ast, [...]
Meine Abwesenheit
6. März
Meine Abwesenheit. Ich berichte aus dem Inneren eines lautlosen Krieges, dessen tödlichste Waffe das Schweigen ist. Vielleicht bin ich dir nah, während all das vergeht, was eben noch Wirklichkeit war. Mit der Zuversicht eines Unsterblichen bin ich der Welt abhanden gekommen. Schlafende Schöne, niemand wird dich wecken, nicht die leiseste Ahnung kann einen Schatten auf [...]
Zu schnell vorbei
6. April
Zu schnell vorbei dieser Moment, der wie ein ganzes Leben in mir verglüht. Diese Landschaft, die meinen Blick aus dem Fenster stürzen lässt. Diese Straße, die mich fortträgt ins Unbekannte – und an deren Ende ich doch wieder nur mir selbst begegne. Die Schönheit eines bunten Vogels, der durch meinen Kopf segelt wie ein Gedanke [...]
Tanz der Schatten
13. April
Tanz der Schatten in völliger Finsternis. Was ich sehe, ist die Abwesenheit des Sichtbaren, so überflüssig all die Bewegungen, von denen vielleicht noch ein Fußabdruck in der Zeit bleibt. Es ist die Sonne in deinen Augen, die nach Schlaf ruft, nach ewiger Ruhe mitten im Sturm. Es ist das Lächeln auf deiner Stirn, den Wolken [...]
Ein guter Mensch
15. Mai
Ein guter Mensch, der seine Schulden bezahlt, der hält, was er verspricht – ohne Rücksicht auf Verluste. Ein großes Herz, das unentwegt schlägt, das den gottlosen Stürmen trotzt, ohne mit der Wimper zu zucken. Die halbe Wahrheit, so bescheiden, genügte schon, um aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, aus einem Abgrund die Brücke, welche [...]
Grund zur Freude
20. Mai
Grund zur Freude oder doch nur das unwiderstehliche Lächeln ins Gesicht gemeißelt? Ein gut gelaunter Abgang in die Belanglosigkeit, Müllhalde der Vernunft. Stimmen im Dunkel, die mir zuflüstern, was hätte sein können – oder auch: was irgendwann einmal gewesen sein wird, dann, wenn nichts mehr ist. Dorthin zurückkehren, woher wir kamen: in die kalten Tiefen [...]
Dein Blick
5. Juni
Dein Blick wie ein Sturm, der über mich hinwegfegt: kalt und gnadenlos. Deine Augen in meinem Herzen – blinde Wut, die mich zerreißt, ohne mit der Wimper zu zucken. Wie immer ein Lächeln auf den Lippen, die Freundlichkeit des Henkers, Trost und Verachtung zugleich. Deine Gedanken gleichen einem Schlachtfeld ohne Horizont, hoffnungslos bist du, seit [...]
Das Rauschen
6. Juni
Das Rauschen zwischen den Zeilen des Glücks, Schnee von gestern oder Zukunftsmusik. Das Lächeln der Sterne am Vorabend des Weltuntergangs – so blass und fern, Ausgeburten des Zweifels. In meinen Händen halte ich eine unbekannte Welt, unvorstellbar groß. Alles Leben in der Gewalt eines Sterblichen, der nicht einmal ahnt, dass sein Lachen die Erde erzittern [...]
Nacht
29. Juni
Nacht in deinen Augen, die mich ansehen, als wäre ich längst gestorben. Die dunkle Melodie deines Lächelns, das an mir zweifelt, während es mir Trost spendet. Zärtlichkeit deiner Finger, die nur vorgeben, mich zu berühren, den Unberührbaren. Sicherlich hast du Recht. Wirklich ist an mir nur mein Tod oder vielmehr meine Sterblichkeit. In deiner Nähe [...]
Blanker Hass
8. Juli
Blanker Hass, der sich durch Wände frisst, der sich für einen Augenblick die ganze Welt unterwirft, nur zum Spaß, ohne jeden Sinn. Der menschliche Gesichter zu Fratzen verzerrt, Freundschaften spaltet. Der mit einem einzigen Schlag aus einem Lächeln eine klaffende Wunde macht.
Aus nächster Nähe
29. Juli
Aus nächster Nähe: dein Lächeln. Fast berührt es mich. Selbst wenn ich fliehen wollte – alle Wege sind versperrt, alle Türen verschlossen. Es gibt in diesem Augenblick keine Ungewissheit mehr, keine Angst. Niemals war ich so wehrlos, und doch besteht nicht die geringste Gefahr. Auf engstem Raum empfinde ich die Weite der Welt, geborgen in [...]
Zerbrochen
8. August
Zerbrochen dieses Glück in meiner Hand, so klein und unscheinbar, dass ich es gar nicht bemerkt hatte. Fast wie ein winziger Splitter, der sich unter die Haut bohrt, unbemerkt, bis er völlig verschwindet, wer weiß wohin. Mit dem Verschwinden erwacht der Schmerz, dieses scheue Tier, das sich von falschen Erinnerungen ernährt. Dieser verlorene Schatten, der [...]
Fehl am Platze
15. August
Fehl am Platze: der stechende Schmerz deines Lächelns in meiner Brust, so unwirklich, dass ich mich frage, wie ich gestern noch glücklich sein konnte. Das Sonnenlicht deiner Augen – als ob die Welt nicht längst schon viel zu hell wäre. Die Stille im Schatten deiner Schritte, von denen keiner dich zu mir führt oder auch [...]
Wolkenlos
23. August
Wolkenlos die Gedanken – nur für die Dauer eines Wimpernschlags. Das schwache Licht eines ersten Sterns in einem Meer des Schweigens und der Stille. Kein Wort kommt über die Lippen der Dämmerung, kein Geräusch durchdringt die Haut der angehaltenen Zeit. Ein Stein, den die Luft zu tragen scheint, darauf ein Name. Ein Gesicht, begraben im [...]
Der schöne Schein
1. September
Der schöne Schein einer Welt, die mich um mein Leben betrügt. Eingeschlossen in die Seifenblase meiner eigenen Worte, nichts ahnend, das stumpfsinnige Lächeln des Wissenden in der Hosentasche: so reite ich auf dem Rücken einer blechernen Schildkröte durch endlose Nacht, einsam, von Gott vergessen, ausgestoßen aus dem Kreis der Engel. In Freiheit geboren, um die [...]
Wie die Engel
2. September
Wie die Engel, die in die Tiefen des Herzens blicken, die nachsehen, ob alle Türen und Fenster geschlossen sind, alle Schubladen und Schränke. Wie die Wolken, die den Regen übers Land tragen, friedlich und unaufhaltsam. Wie das leere Zimmer, das ich einst bewohnte, ungeduldig, schweigsam. Abwesend. Genau wie du. Worte, die mich als Erinnerung erreichen. [...]
Dunkle Energie
4. Oktober
Dunkle Energie, die dich antreibt, was immer du tust, fremd und unbekannt wie dein Lächeln, unergründlich wie das Innerste deines nach außen gestülpten Herzens. Vergiss, was du zu wissen glaubst. Die Welt beginnt, wo das Wissen abdankt, der Glauben in seine Höhlen zurückkehrt. Ändere deinen Namen – nur so wird man dich finden, wenn du [...]
In der Fremde
17. Oktober
In der Fremde geboren, der Welt von Anfang an abhanden, abseits aller Wege ins Glück. Das erste Wort Verzweiflung. Der erste Gedanke ein schwarzes Loch. Gesäugt von der Sprachlosigkeit des Unwirklichen. Geschlagen vom Lächeln der Geborgenheit. Fern von hier, unerreichbar, dieser Ort, den ich niemals verlassen habe. Von der Wirklichkeit eingeholt: der gespielte Schmerz eines [...]
Glauben schenken
1. Dezember
Glauben schenken, vertrauen, sich hingeben, verlieren. Den Tag mit einem Lächeln beginnen, das mich zerreißt, mit einem Gedanken, der meinen Kopf zur verbotenen Zone macht. Mein Leben öffnen wie eine Tür in einem verlassenen Haus. Gibt es einen Ort, der nichts bedeutet? Der ohne Geschichte ist, ohne Erinnerung und ohne Gegenwart? Gibt es die Stille [...]
Ein neues Leben
4. Dezember
Ein neues Leben, gestrickt aus einer Handvoll loser Fäden, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbinden. Mit einem Lächeln versehen, von einem Ohr zum anderen, und einem Namen, der rückwärts buchstabiert eine unaussprechliche Zahl ergibt. Ängste und Sorge, die das Herz in die Mangel nehmen, um zu dem stolpernden Puls des Blutes eng umschlungen Walzer zu [...]