Archiv für das Stichwort ‘Regen’

Regentropfen

Regentropfen auf meiner Haut wie Morsezeichen, verschlüsselte Botschaften einer zu ungeheurer Größe aufgeblasenen Welt, in der für mich kein Platz ist. Wolken, die mich beschatten, die mich ohne Augen anstarren, zahnlose Raubtiere, die darauf warten, dass ich falle, ohne zu ahnen, wie mir geschieht, während ich noch am Boden klebe.

Aus allen Wolken

Aus allen Wolken der Regen, ein Schleier, der sich über die Welt legt wie ein fadenscheiniges Leichentuch, lautlos fast, und alles unter sich begräbt, was nach Licht und Wärme hungert. Kein Entkommen, wie es scheint, nicht einmal ein schwaches Aufbäumen. Gnadenlos sanft die Heerschar der stillenTropfen, unbeirrbar und unwiderstehlich. Kein Schrei, kein Schmerz. Unmerklich das [...]

Wolken

Wolken auf meiner Zunge wie Worte, die keinen Sinn ergeben und dennoch bedeutsam sind. Regen, der sich in meinen Mund ergießt, das erstickende Geschwätz meiner Eingeweide, das Ende einer Welt, deren Herzschlag mein Schweigen war – begraben unter dem schreienden Fleisch der Zeit. Niemand wird mir glauben, dass nichts mehr zu sagen ist. Das Ende [...]

Ertrinken

Ertrinken in Stille, ausgefüllt vom Schweigen all jener Dinge, die meinem Leben Wirklichkeit einhauchen. Das Unerhörte gibt meiner Leere einen Namen, dennoch bleibe ich unerkannt, ein Fremder, ganz in schwarz gekleidet, das Gesicht verhüllt. Beinahe unsichtbar vor der dunklen Mauer des Regens. Bewege ich mich, kaum merklich, zeichnet das Zittern der Luft meine Konturen nach. [...]

Glück ist

Glück ist greifbar nahe, dort, wo keine Hand frei ist, wo kein Halt ist. Wo alles im Fluss, im freien Fall ist. Glück: diese Pusteblume im strömenden Regen der Zeit. Dieses Staubkörnchen in meiner Lunge. Nicht der Rede wert, dieser vertrocknete Grashalm auf dem Meeresgrund. Dort, wo es nicht mehr darauf ankommt, wo es keine [...]

Wenn der Regen fällt

Wenn der Regen fällt, bin ich längst fort. Ich werde dort sein, wo niemand mich vermutet, wo niemand mich kennt. Ich werde sein, wo niemand außer mir ist. Wo nichts ist. Nichts als Wüste und Ödnis. Ich warte nicht darauf, dem Sturm ins Auge zu sehen, der mich aus meinem Leben weht. Ich halte den [...]