Nichts

Nichts außer der stillschweigenden Erwartung, dass etwas sein müsse. Kein Staub auf den leeren Bücherregalen, keine Spinnweben in den dämmrigen Winkeln des unbewohnten Zimmers. Alles Wissen dieser Welt unter einem Fingernagel, alles Leben hinter Glas. Die besänftigende Leere des Vergessens – wie der Blick aus dem Fenster, Tag für Tag unverändert, die Aussicht auf eine Landschaft ohne Vergangenheit, menschenleer und ausgestorben. Vielleicht noch ein Lüftchen in den kahlen Zweigen der Bäume, ein vertrockneter Grashalm auf einer Mauer, ein Fußabdruck auf verwachsenem Weg. Nichts wird sich ändern, wenn ich fort bin.

Als du nicht da warst

Als du nicht da warst, fiel es mir leicht, dich zu verstehen. Als wir nichts voneinander wussten, kannte ich dich. Als du schwiegst, las ich in deinen Gedanken. Nun ist alles anders, im Grunde weiß ich nichts. Die Sterne verhüllt, nichts rührt sich, vergessen ist, was niemals war. Dein Haar wie Spinnweben im Morgengrauen. Erloschen die Streichhölzer deiner Augen. Mein Leben liegt dir zu Füßen wie ein frisch geschaufeltes Grab. Es gibt kein Zurück, denke ich, während die Welt sich von mir abwendet. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: deine Gegenwart oder mein Vergangensein.