Archiv für das Stichwort ‘Stern’

Durchgekaut

Durchgekaut von den Ereignissen des Tages, von all den Nichtigkeiten, die sich zu keinem Ganzen fügen wollen, zerbissen von den eigenen Gewohnheiten, den Launen und Lüsten, halb verdaut und wieder ausgespuckt – der eigenen Menschlichkeit vor die Füße. Wie ein Betrunkener hocke ich im Erbrochenen meiner Worte. Jeder Versuch, wieder auf die Beine zu kommen, [...]

Fast unbemerkt

Fast unbemerkt der Untergang eines Sterns an diesem Abend, keine Kameras am Sterbebett, kein voreiliger Nachruf in den Notizbüchern der Allwissenden. Heimlich und still, ein Abschied ohne Schmerz und Tränen. Ein letzter Wunsch, den niemand hört, ein letztes Versprechen, unerfüllt wie all die anderen – dennoch ist nicht der richtige Augenblick, über Verfehlungen nachzudenken. Ein Abschied [...]

In Windeseile

In Windeseile um die ganze Welt: die Nachricht von deinem Verschwinden. Fluchtartig hast du diese Welt verlassen, still und heimlich wie ein Dieb. Ein verblassender Stern in der endlosen Weite der Nacht. Ohne ein Wort des Abschieds und der Hoffnung. Wo in dieser Dunkelheit bist du? Welche Unerreichbarkeit ist nun dein Zuhause? Welche unaussprechliche Ferne [...]

Dunkler Stein

Dunkler Stein in meiner Hand, das Herz eines Vogels, der noch immer klagend die Welt umkreist, ein schwarzes Loch in seiner Brust, in welchem alle Hoffnung verschwindet, alle Freude, alles Lachen. Seltsamer Glücksbringer. Die Tage verschläft er in einer Schublade meines Schreibtisches, aus dem er sich nachts erhebt wie ein Stern, der den Himmel durchlöchert. [...]

Reise zur Sonne

Reise zur Sonne, mit dem Kopf voran ins Licht, die Augen weit aufgerissen, um auch nicht einen einzigen Moment zu versäumen. Mit dem Kopf voran, das heißt in Gedanken. Nur so ist es zu ertragen. Eintauchen in den Stern, der dich gebar – ohne zu zögern, ohne einen Blick zurück. Hast du Angst? Brennen wirst [...]

Ohne Zweifel

Ohne Zweifel, es ist gut. Wohin in aller Welt mit der Saat meines Glücks? Ich falle vor dir auf die Knie und bin doch größer denn je. Bist du ein Stern oder eine Wolke? Ein Stein am Straßenrand? Eine Vogelscheuche mitten auf dem Acker? Kein Grund zur Klage, nur frage ich mich, was aus dir [...]

Unsterblich

Unsterblich waren wir, dem Himmel so nah, Göttern gleich. Wir wähnten uns unverwundbar, beide Beine tief in der Erde verwurzelt, den Kopf ins gleißende Licht der Sonne getaucht. Wenn wir in den Spiegel blickten, sahen wir einem Stern ins Gesicht. Wir waren wie Feuer: wild und gewaltig. Unbesiegt, bis zu dem Tag, an dem wir [...]

Fast perfekt

Fast perfekt dieser eine Gedanke, der mich zu Fall bringt, der die Erde anhält, die Welt aus den Angeln hebt. Dieses eine Wort im Herzen meiner Sprachlosigkeit. Dieser Funke, der unsichtbar verglüht am hellichten Tag. Diese stille Stunde, nackt und schutzlos in meiner hohlen Hand wie eine Fliege, die darauf wartet, ein Stern zu werden.

Was soll ich sagen

Was soll ich sagen, wenn es mir die Sprache verschlägt? Wenn mir nichts zu sagen bleibt, nichts mehr zu sagen ist? Wenn alles um mich her verstummt und das Schweigen zuletzt auch mich um den Finger wickelt. Wenn Müdigkeit mich ausfüllt wie das Rauschen eines endlosen Meeres, wie das schwarze Licht eines sterbenden Sterns. Aus [...]

Ein allerletzter Stern

Ein allerletzter Stern am erwachenden Himmel. Ferne Sonne, die sterbend den Anbruch eines neuen Tages verkündet, von dem sie nicht weiß und der ihr nichts bedeutet. Ihr Licht durchwandert das Vakuum meines schwarzen Schlafs – auf Zehenspitzen, um die Stille meiner Einsamkeit nicht zu stören. Wenn ich mich auf den Weg mache, ist dieser Stern [...]

Weißes Rauschen

Weißes Rauschen auf meiner Haut: das eisige Flüstern des Windes. Mit dem Kopf voran durch die Nacht, die so undurchdringlich ist wie der traumlose Schlaf meiner Schritte. Ein Stern in meinen Haaren, die Stille fest in meiner Hand. Für einen Augenblick gehört diese trostlose Welt mir, ich habe sie erdacht, sie zu zu meinem Innersten [...]