Archiv für das Stichwort ‘Straßen’

Ausnahmezustand

Ausnahmezustand in den Adern dieser Stadt, die von unverkäuflichen Erinnerungen lebt, Souvenirs, die keiner haben will, von Bildern, die längst wirklicher sind als das Leben selbst. Von welchem Leben überhaupt ist die Rede? Wo doch das Lebendigste ein kaum wahrnehmbares Flimmern ist, bei großer Hitze über dem Asphalt der Straßen. Oder früh am Morgen der [...]

Verschlossen

Verschlossen die Tür, durch die ich eben noch gegangen bin, der Weg zurück versperrt, fast so, als hätte es ihn niemals gegeben. Vergessen meine Herkunft, all die Stationen meines Lebens, die ich hinter mir ließ – wie ausgelöscht. Die Orte, an denen ich blieb, vielleicht nur für eine kurze Weile – von der Landkarte verschwunden. [...]

Seltsame Gegend

Seltsame Gegend, die ich mein Zuhause nenne, in die ich hineingeboren wurde – als Fremder, ungefragt und ohne Alternative. Nun bin ich hier verwurzelt. Oder vielleicht doch nur begraben, versunken in den Sümpfen meiner Heimat. Stille in den Straßen, Menschen, deren Namen mir nicht mehr einfallen, farblos und verstummt, mit Gesichtern ohne Augen, ohne Münder. [...]

Spaziergang

Spaziergang durch eine Welt, die mir vertraut ist, über Wege, die ich schon als Kind gegangen bin, auf Straßen, deren Namen ich weiß. Alle Ecken und Winkel kenne ich. Gärten hinter bemoosten Mauern, das Gras im Schatten der Bäume. Die Verstecke und geheimen Pfade. Der Klang meiner Schritte balanciert auf dem Wind, der um die [...]

Schöne Aussicht

Schöne Aussicht: der Blick ins Innerste dieses Tages, der nichts von sich preisgibt außer ein paar blinkenden Lichtern, stummen Schatten und verschwommenen Gesichtern. Ich steige hinab in die Unterwelt der flüchtigen Eindrücke. Straßen, die unter dem Gewicht meiner Schritte zerreißen. Spiegel, die zu Gedanken werden – und zerbrechen. Das Raunen der Ferne, ein Seufzer der [...]

Lichter der Kleinstadt

Lichter der Kleinstadt: an allen Ecken und Enden der Straßen – nur nicht in den Gesichtern der wandelnden Toten. Alles glänzt und leuchtet, glüht und lacht – nur nicht die Augen der Menschen, die hier leben oder wohnen, die einsam und unbeirrbar von Geschäft zu Geschäft ziehen, sich von der Strömung treiben lassen, die immer [...]

Mehr als genug

Mehr als genug von allem, was mich zu diesem unförmigen Schatten macht, der durch verlassene Straßen irrt wie ein Mensch aus Fleisch und Blut, der glaubt, er sei eine Vogelscheuche, den Kopf voll Stroh, auf dem Weg zum großen Zauberer. Im Überfluss, was niemand braucht, um unglücklich zu werden – weil wir alles schon besitzen: [...]