Zur Ruhe kommen oder gleich aufs Abstellgleis, die Hände in den Schoß legen, Kopf in den Sand, aller Sorgen entledigt. In den Spiegel sehen, ohne zu erschrecken, die eigenen Träume träumen, in meiner Haut stecken. Verwegenheit des Denkens an Tagen wie diesem, die man vergisst, noch ehe sie vergangen sind. Die Heimlichtuerei der Dinge aushalten, [...]
Archiv für das Stichwort ‘Sturm’
Hals über Kopf
8. März
Hals über Kopf in die Tiefe deines Lachens, dem Sturzflug eines Engels gleich, göttlicher Allmacht entsprungen, bloß um Mensch zu sein, Liebender, sterblich. Ein unbeschriebenes Blatt im Sturm – fast ein Abschiedsbrief, der drohenden Vernichtung entrissen, nackt wie ein erster Sonnenstrahl am Ende des Winters. Die kraftlose Schönheit des gesenkten Blicks, der die Wahrheit nicht [...]
Zwischen den Zeilen
12. März
Zwischen den Zeilen deines Lächelns das Erschrecken. Das blinde Wüten jenes gütigen Gottes, der über uns richtet mit Sturm und Flut. Die zerstörende Wucht seines Atemzugs, schlafend, ein kleines Kind, dessen fröhliche Träume die Erde erschüttern. Deine Angst, von schützender Hand erdrückt zu werden, unbemerkt, deine Trauer, dein Schmerz im Dunkel all der erloschenen Sterne. [...]
Wolken ziehen auf
26. März
Wolken ziehen auf, verdunkeln das lichte Blau des Himmels. Ein Vogel im Sinkflug, das Gezwitscher in den Bäumen verstummt. Für einen Augenblick nichts als Stille, vielleicht ein leises Rauschen, als ob der Lärm dieser Welt zu feinem Staub zermahlen wäre. All die Gedanken der Wachenden, die Träume der Schlafenden – ich höre sie: wie man [...]
Tanz der Schatten
13. April
Tanz der Schatten in völliger Finsternis. Was ich sehe, ist die Abwesenheit des Sichtbaren, so überflüssig all die Bewegungen, von denen vielleicht noch ein Fußabdruck in der Zeit bleibt. Es ist die Sonne in deinen Augen, die nach Schlaf ruft, nach ewiger Ruhe mitten im Sturm. Es ist das Lächeln auf deiner Stirn, den Wolken [...]
Dein Blick
5. Juni
Dein Blick wie ein Sturm, der über mich hinwegfegt: kalt und gnadenlos. Deine Augen in meinem Herzen – blinde Wut, die mich zerreißt, ohne mit der Wimper zu zucken. Wie immer ein Lächeln auf den Lippen, die Freundlichkeit des Henkers, Trost und Verachtung zugleich. Deine Gedanken gleichen einem Schlachtfeld ohne Horizont, hoffnungslos bist du, seit [...]
Der verlorene Schlüssel
25. Juni
Der verlorene Schlüssel zu meinen Gedanken – längst begraben unter den stampfenden Schritten der Zeit. Wie ein schwerer Sturm fegt das Vergessen über mich hinweg. Was bleibt von gestern außer dem Lachen der Toten? Was bleibt, wenn ich mich von allem abwende? Kein Wissen, nicht die geringste Ahnung. Den Regentropfen ins Innere der Erde folgen [...]
Neue Heimat
21. Juli
Neue Heimat am Ende eines langen Weges: das Unbekannte, wenige Meter nur vom Abgrund, dort, wo die Welt sich ins Unbegreifliche verliert. Schlafwandler sind wir, dem Sturm entkommen, unser Denken in Nacht getaucht, unsere Hände in Unschuld gewaschen. Wanderer ohne Ziel, und doch ist unser Leben nichts als Ankunft. Kinder sind wir, ohne Vergangenheit – [...]
Zur falschen Zeit
14. September
Zur falschen Zeit an dem einzigen Ort der Welt, der das Unmögliche wirklich werden lässt. In diesem winzigen Moment, der den Himmel zerknüllt wie ein bedeutungsloses Stück Papier. Als ob das letzte Wort, das noch zu sagen wäre, auf der Zunge explodierte. Ein verheerender Sturm in der hohlen Hand Gottes, zur Faust geballt im Augenblick [...]
Nur die Ruhe
19. November
Nur die Ruhe, alles ist gut, es gibt keinen Grund sich aufzuregen. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Du hast nichts zu befürchten. Was dich zerreißt, ist bloß ein Wetterumschwung, eine Regenwolke, irgendwo über dem Atlantik. Du bist in Sicherheit, kein Sturm wird dich jemals erreichen, keine Katastrophe wird dich bedrohen. Keine [...]
Stillstand
22. November
Stillstand, nichts rührt sich, die Welt wie erstarrt unter der Last meines Schweigens, fast friedlich oder doch nur die Ruhe vor dem Sturm, ich weiß es nicht. Mein Herzschlag verklingt in der Sinnlosigkeit des Augenblicks. Als ob nichts mehr zu erwarten wäre: das Leben auf dem Nullpunkt. Selbst die Zeit steckt fest. Die Zukunft bleibt [...]
Wenn der Regen fällt
15. Dezember
Wenn der Regen fällt, bin ich längst fort. Ich werde dort sein, wo niemand mich vermutet, wo niemand mich kennt. Ich werde sein, wo niemand außer mir ist. Wo nichts ist. Nichts als Wüste und Ödnis. Ich warte nicht darauf, dem Sturm ins Auge zu sehen, der mich aus meinem Leben weht. Ich halte den [...]