Archiv für das Stichwort ‘Verschwinden’

Abkürzung ins Glück

Abkürzung ins Glück: dein Lachen – oder was davon übrig ist, seit wir uns nicht mehr in die Augen sehen können. Nichts also, wenn man es genau nimmt, der Traum vom Glück nur eine Notlüge, an die wir uns klammern wie kleine Kinder. Abkürzung ins Verschwinden, auf kürzestem Weg zurück ins heimelig Unbekannte: dein Blick, [...]

Aus den Fugen

Aus den Fugen das bisschen Welt, das ich mein Leben nenne. Dieses große Theater vor ausverkauftem Haus und leeren Rängen. Nicht mehr der Rede wert von heute auf morgen, aus und vorbei, unwiederbringlich verloren, wie es scheint, die Zeit ist abgelaufen, endgültig. Und doch hat es weder Blitz noch Donner gegeben, keinen Trommelwirbel – das [...]

In Windeseile

In Windeseile um die ganze Welt: die Nachricht von deinem Verschwinden. Fluchtartig hast du diese Welt verlassen, still und heimlich wie ein Dieb. Ein verblassender Stern in der endlosen Weite der Nacht. Ohne ein Wort des Abschieds und der Hoffnung. Wo in dieser Dunkelheit bist du? Welche Unerreichbarkeit ist nun dein Zuhause? Welche unaussprechliche Ferne [...]

Der Splitter

Der Splitter in deinem Auge, der die Sicht auf eine heile Welt auslöscht. Keine Horizonte mehr, an denen das Herz sich ausrichtet. Keine fernen Gipfel, von denen die Worte herabstürzen wie frisches Quellwasser. Keine Wolken, deren Schleier die Nacktheit der Sonne beschirmen. Kein Blick hinter die Kulissen der göttlichen Komödie. Nichts zu sehen als Verschwinden.

Eine Stimme

Eine Stimme, nicht menschlich, und doch berührt sie mich wie keine andere. Ihr Gesang ohne Worte sagt mehr als alle Münder dieser Welt. Ich verstehe nichts, weiß alles – oder umgekehrt. Ich lausche dem Verschwinden der Menschheit auf ihrem Höhepunkt, blicke den Vögeln hinterher, die sich in meinen Gedanken tummeln. Ich bin wie eine Spinne, [...]

Hinab

Hinab in die Bodenlosigkeit deines  Schweigens – wie ein fallender Stein auf dem Weg in unausweichliche Stille, ohne Halt und ohne Rückkehr. Mein Sturz vor deinen Augen, die durch mich hindurchsehen, als ob ich längst schon fort wäre, bloß noch Erinnerung, einen Wimpernschlag entfernt vom Verschwinden. Irgendwann … aber nein. Nichts.

Wohin wir gehen

Wohin wir gehen, wenn wir uns nicht mehr von der Stelle rühren, wenn wir bleiben, wo wir sind, wenn nichts mehr bleibt als dieser Ort, der uns verschwinden lässt. Diese Stille, die uns auffrisst, ohne satt zu werden. Dieses Licht, das uns in den Schatten stellt. Wohin, wenn nichts mehr geht? Was uns bewegt, wenn [...]

Ein allerletzter Stern

Ein allerletzter Stern am erwachenden Himmel. Ferne Sonne, die sterbend den Anbruch eines neuen Tages verkündet, von dem sie nicht weiß und der ihr nichts bedeutet. Ihr Licht durchwandert das Vakuum meines schwarzen Schlafs – auf Zehenspitzen, um die Stille meiner Einsamkeit nicht zu stören. Wenn ich mich auf den Weg mache, ist dieser Stern [...]