Weit entfernt

Weit entfernt von aller Tragik, von allem Schicksal, das die Menschen in die Nähe des Göttlichen rückt. Mit beiden Beinen auf dem Boden, dem Irdischen verhaftet, mit Gräsern auf Augenhöhe, nicht mit den Wipfeln der Bäume. Alle Tränen getrocknet, alles Blut, schwarz wie die verkohlte Sonne in meiner hohlen Hand. Alle Freuden ausgekostet, alle Feuer erloschen. Mit winzigen Schritten um die Welt, die so sehr geschrumpft ist, dass sie in meine Hosentasche passt. Himmel ist bloß noch ein Wort mit schalem Nachgeschmack. Man spuckt es aus und kaut weiter.

Irgendwo brennt es

Irgendwo brennt es, fern von hier – zu fern, um wahr zu sein. Irgendwo, das ist am anderen Ende der Welt, dort, wo ich nicht bin, sonstwo – wo sonst? Rauch steigt auf, den ich nicht sehe, der mir dennoch Tränen in die Augen treibt. Wärmt es nicht sogar ein wenig, dieses stumme Feuer, taucht es nicht unser Leben in rot glühenden Schimmer? Diese Flamme, versprüht sie nicht Funken der Begeisterung, die bald schon als neugeborene Sterne über uns aufleuchten? Doch der Zauber scheint verflogen. Niemand glaubt mehr an die reinigende Kraft des Feuers. Es brennt. Wir werden sterben, am anderen Ende der Welt, irgendwo, das ist dort, wo wir im Leben nicht sein werden.

Aus Feuer gemacht

Aus Feuer gemacht, dem Vergessen übergeben – was bleibt vom Menschen, wenn der Tag sich dem Ende neigt. Was bleibt von mir, wenn das letzte Wort geschrieben ist, der letzte Gesang verhallt? Was bleibt, wenn nichts mehr ist, wie es war? Im Wasser geboren, von Anfang an ein Ertrinkender. Weit geöffnet, die Augen eines Fisches, mit dem Kussmund voran ins Unsichtbare, blind, im Fahrwasser des Lichts. In Dunkelheit getaucht seit Anbeginn des Lebens unser Blick in den Spiegel.